Mikroökonomische Nachhaltigkeitsbewertung

A3_graphic_web_relaunchNachhaltigkeit hat in allen Bereichen der Gesellschaft breite Akzeptanz erlangt. Jedoch fehlt es an wissenschaftlichen Methoden zur Messung von Nachhaltigkeit, um das zugrundeliegende Konzept in die Praxis zu übertragen. In diesem Zusammenhang sollen die in Teilprojekt A2 entwickelten Nachhaltigkeitsindikatoren in wissenschaftlich belastbare und anwenderfreundliche Bewertungsmethoden für die Implementierung in Wertschöpfungsnetze umgesetzt werden. Das Teilprojekt A3 fokussiert dabei auf die mikroökonomische Betrachtung einzelner Produkte und Prozesse und ist damit komplementär zu Teilprojekt A4, das den makroökonomischen Scale-Up der Bewertungsansätze beinhaltet.
Die bevorzugte Methode ist das Life Cycle Sustainability Assessment (LCSA), das den gesamten Lebensweg eines Produktes „von der Wiege bis zur Bahre“ erfasst und die potentiellen Auswirkungen auf die drei Nachhaltigkeitsdimensionen ermittelt. Die ökonomischen Auswirkungen werden über die Lebenskostenanalyse (LCC), die ökologischen Auswirkungen mithilfe der Ökobilanz (LCA), und die soziale Dimension über die Sozialbilanz (SLCA) betrachtet.
Die Verifikation des LCSA Frameworks erfolgte über die Implementierung verschiedener Fallstudien in Zusammenarbeit mit den Sub-Projekten A4, A5, A6, C1, C4, C5 und den Mitgliedern der B-Gruppe. Hierbei wurden die Felder Mobilität (Fahrräder und Pedelecs), Produktion (LeG²O flexible Maschinengestelle und Schweißtechnologien) sowie Turbomaschinen (Drehprozesse für Turbinenbauteile) adressiert. Für alle Fallstudien wurden Hotspots identifiziert und daraus ein Optimierungspotential abgeleitet. Weiter werden die Ergebnisse vom A4 Projekt genutzt um makroökonomische Effekte besser bewerten zu können.
In diesem Zusammenhang wurden und werden Herausforderungen im Zusammenhang mit dem bestehenden LCSA Framework identifiziert, wie z.B. der unterschiedliche Entwicklungsstand der implementierten Methoden LCA, SLCA und LCC. Eine generelle Anwendbarkeit ist dabei genauso Ziel, wie ein allgemeingültiger Rahmen für die Nachhaltigkeitsbewertung. Das Ziel der weiteren Forschungsaktivitäten ist daher die Entwicklung von validen Wirkungskategorien für die soziale und ökonomische Dimension sowie allgemeingültigen Datenquellen. Zudem sollen regionale Szenarien adaptiert werden und Indikatoren, die verschiedene Länder repräsentieren, inkludiert werden. Hierüber soll eine Nachhaltigkeitsbewertung mit Blick auf globale Wertschöpfungsketten möglich werden.

Mehr zu Herausforderungen, Ansätzen und Ergebnissen von Projekt A3 finden Sie in dieser Powerpoint-Präsentation (englisch)